

Im Garten bildet sich eine große Pfütze und vor dem Kellerfenster sammelt sich plötzlich mehr Wasser, als dort eigentlich sein sollte.
Spätestens in solchen Momenten stellt sich eine Frage: Wo würde das Wasser hinlaufen, wenn es noch eine halbe Stunde so weiterregnet?
Starkregen und andere Wetterextreme nehmen zu. Das Tückische daran ist, dass nicht nur Häuser in der Nähe von Flüssen gefährdet sind. Fallen innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen, kann die Kanalisation an ihre Grenzen kommen. Gleichzeitig sucht sich Regenwasser an der Oberfläche seinen eigenen Weg. Ein tiefer liegender Eingang, eine abschüssige Einfahrt oder ein Kellerlichtschacht können dann reichen, damit es ins Gebäude gelangt.
Für einen ersten Check braucht es keinen wolkenbruchartigen Regen. Ein trockener Nachmittag genügt. Wo liegen die tiefsten Stellen des Grundstücks? Fällt das Gelände zum Haus hin ab? Gibt es Lichtschächte, Kellertreppen oder Türen, vor denen sich Wasser sammeln könnte?
Gerade ältere Gebäude wurden häufig zu einer Zeit geplant, in der Starkregenvorsorge weniger Aufmerksamkeit bekam. Nachrüsten lässt sich trotzdem einiges. Aufkantungen an Lichtschächten können verhindern, dass oberflächlich abfließendes Wasser direkt hineinläuft. Je nach Gefährdung kommen druckwasserdichte Kellerfenster, geeignete Türsysteme oder Schwellen an Eingängen infrage. Auch die Gestaltung des Grundstücks spielt mit: Kann Regenwasser auf unversiegelten Flächen versickern und führt das Gefälle möglichst vom Gebäude weg, wird ein Teil des Wassers bereits draußen gehalten.
Manchmal zeigt sich eine Schwachstelle erst bei Regen. Dann lohnt sich der Gang ums Haus – natürlich erst, wenn das Gewitter vorbei ist. Eine kleine Spur aus Schlamm vor dem Kellerfenster kann mehr über den Weg des Wassers erzählen als eine trockene Fläche an einem sonnigen Tag.
Nicht jede Überflutung beginnt vor der Haustür. Bei Starkregen kann die Kanalisation so stark belastet werden, dass Abwasser über Leitungen zurück ins Gebäude drückt. Besonders kritisch sind Ablaufstellen und sanitäre Einrichtungen unterhalb der sogenannten Rückstauebene.
Hier gehört der Schutz in fachkundige Hände. Abhängig von Gebäude, Entwässerung und Nutzung der Räume können Rückstauverschlüsse oder Hebeanlagen infrage kommen. Bereits vorhandene Systeme sollten außerdem regelmäßig kontrolliert und gewartet werden. Eine jahrelang unbeachtete Rückstausicherung hilft wenig, wenn sie ausgerechnet im entscheidenden Moment nicht funktioniert.
Auch Dachrinnen und Fallrohre verdienen einen Blick. Laub, Moos und andere Ablagerungen können den Wasserabfluss behindern. Bei starkem Regen macht sich eine halb verstopfte Rinne ziemlich schnell bemerkbar.
Nicht jedes Haus braucht einen umfangreichen Hochwasserschutz. Entscheidend ist die tatsächliche Gefährdung vor Ort. Kommunale Starkregen- und Hochwassergefahrenkarten können dabei eine erste Orientierung geben. Wer Schwachstellen entdeckt, sollte anschließend klären, welche baulichen Maßnahmen für das eigene Gebäude sinnvoll sind.
Zum Check gehört außerdem der Versicherungsschutz. Schäden durch Überschwemmung und Rückstau sind nicht automatisch über jede Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Dafür kann ein zusätzlicher Elementarschutz erforderlich sein. Welche Voraussetzungen gelten, steht im jeweiligen Vertrag.
Starkregen lässt sich nicht verhindern. Wo das Wasser auf dem eigenen Grundstück vermutlich entlanglaufen würde, lässt sich dagegen herausfinden. Ein Rundgang ums Haus ist dafür ein erstaunlich guter Anfang – am besten lange bevor dunkle Wolken am Himmel stehen.
Diese Webseite verwendet nur technisch erforderliche Cookies. Weitere Informationen erhalten Sie in unsererDatenschutzerklärungOK